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ZDF.reportage 04:00 — 04:30
Die Autoschrott-Branche ist im Wandel. Früher war der Schrottplatz der Ort, an dem man für wenig Geld viele Ersatzteile bekam. Aber heute ist «selbst schrauben» oft gar nicht mehr möglich. Das sorgt für Unruhe - denn gleichzeitig werden die Umweltstandards immer höher. Das Geschäft mit den Altautos lohnt sich für die Kleinen oft nicht mehr. Noch aber gibt es beides: die klassischen «Schrottbuden» auf der einen und die neuen Hightech-Autoverwerter auf der anderen Seite. Die «ZDF.reportage» ist bei drei Unternehmen, die sich auf unterschiedliche Weise und mit viel Engagement durchkämpfen, auch wenn die Zeiten sich ändern. Thomas Kerstingjohänner (53) ist nur auf den ersten Blick ein typisches Exemplar der alten Schrottplatz-Garde. In seinem Betrieb wird an jeder Ecke geschweißt, geflext und gepresst - der Chef ist immer mittendrin. Sein Kapital ist das große Fahrzeuglager - ein Paradies der Einzelteile für westfälische Schrauberinnen und Schrauber ebenso wie für Exportfirmen aus Osteuropa und Afrika. Zukunftsangst wegen Elektroautos? Thomas Kerstingjohänner wiegelt ab: «Wir haben noch so viele Verbrenner auf der Straße, dass ich mir die nächsten 10 bis 20 Jahre gar keine Gedanken machen muss. « Eine Nummer kleiner, aber umso herzlicher, geht es bei Sandra Manß (43) in Lüdenscheid zu. Sie ist eine der wenigen Frauen in der Branche, doch als gelernte Kfz-Mechatronikerin weiß Sandra ganz genau, wovon sie redet, und beim Umgang mit der Kundschaft macht der Geschäftsfrau keiner was vor. Auf ihrem «Schrottplatz der etwas anderen Art» setzt die ehemalige Stadträtin ganz auf Stammkundschaft, Events, Zusammenhalt und Kundennähe. Marius Pohl (28) sieht sich als Gegenentwurf zu den herkömmlichen Autoverwertern, der Jungunternehmer setzt ganz auf den Schrottplatz 2.0. Nicht erst seit Corona ist hier alles digitalisiert. Der Verkauf läuft über einen Onlineshop, über eine Millionen Autoteile sind dort aufgelistet. «Kauft ein Kunde ein Ersatzteil und bezahlt das bei uns bis 12.00 Uhr, demontieren wir das am selben Tag und garantieren dem Kunden, dass er das Teil innerhalb von 24 bis 48 Stunden bei sich zu Hause hat. « Marius Pohl glaubt, dass nur die Großen überleben werden - dementsprechend hat er sein Unternehmen aufgestellt. Ob Hybrid, Elektro oder Benziner, an den vier Standorten der «LRP-Autorecycling Leipzig GmbH» werden jährlich 20 000 Fahrzeuge fein säuberlich ausgeschlachtet und hoch professionell vermarktet. Neben dem europaweiten Versand von Ersatzteilen setzt Marius Pohl auf Erweiterung seines Unternehmens und vermehrt auch auf den Verkauf seltener Rohstoffe. Unternehmern wie Marius gehört wohl die Zukunft im «Schrottplatz-Geschäft». «Feilschen, Verwerten, Entsorgen» - die «ZDF.reportage» begleitet den spannenden Alltag auf Deutschlands Schrottplätzen. D 2021. Gesellschaft und Soziales

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